Über mich

Ich wurde 1981 geboren und seit bald 10 Jahren sind Ängste ein allzu oft dominierendes Thema für mich. Jeder, der an einer Angststörung leidet, hat irgendeine Form der „Angstkarriere“ hinter sich und versucht dieser ein Ende zu setzen. Eine solche Karriere beginnt meistens lange bevor die ersten heftigen Symptome auftreten und eine Angststörung diagnostiziert wird. Wann meine „Angstkarriere“ begann, kann ich daher auch nicht mit Bestimmheit sagen. Bevor der Körper mit drastischen Symptomen reagiert, weil zuvor alle Vorwarnungen ins Leere liefen, muss bereits einiges passiert sein und es muss vor allem bereits seit geraumer Zeit ein Leben wider die eigene Natur geführt worden sein. Bei mir bestand dieses Leben aus überzogenem Ehrgeiz und falscher Prioritätensetzung. Ich studierte und promovierte und ignorierte dabei meine Bedürfnisse. Immer mehr den Erwartungen anderer als dem eigenen Naturell folgend, stolperte ich unglücklich in die Berufstätigkeit, scheiterte, stand wieder auf und scheiterte erneut. Ich hatte mich verrannt, weil mir zuvor der Mut gefehlt hatte, meinen eigenen Weg zu gehen. Die Folge war, dass ich mich immer mehr von mir selbst entfremdet habe.

Beginn der Angststörung

Die ersten heftigen Symptome, die ich zuerst noch völlig fehlinterpretiert habe, waren bei mir Schwindelattacken und nächtliche Panikattacken. Auf das jähe Erwachen aus dem Schlaf folgten dann Nacht für Nacht Herzrasen und Todesängste. Bald weitete sich die Symptomatik aus und ließ mir auch am Tag keine Sicherheit mehr. Begleiterscheinungen waren eine Phalanx weiterer körperlicher Symptome, die teilweise denen stark ähnelten, die kurz vor einem Herzinfarkt auftreten. Ich suchte diverse Ärzte auf und erhielt naturgemäß keine Hinweise auf physiologische Ursachen meines Leidens. Hilfreich war aber die Deutung des Hausarztes, der schon früh psychosomatische Ursachen vermutet hat. Ich begann, mich intensiv mit dem Thema Angst zu befassen und las Ratgeber und Fallbeispiele. Zunächst half es mir ein wenig, meine Symptome zuordnen zu können. Ich fuhr dann auch meinen Ehrgeiz etwas herunter und ging bei mir selbst auf Ursachenforschung. Fest stand, dass ich mein Leben und meine Prioritäten ändern musste.

Ängste bis heute

Meine Angststörung verlief nicht linear. Ich habe oft neuen Mut geschöpft und tatsächlich einiges in meinem Leben geändert. Bei vielem stehe ich mir aber noch selbst im Weg. Panikattacken sind sehr selten geworden und ich habe gelernt, sie schnell so weit einzudämmen, dass sie nicht bis hin zur Todesangst eskalieren. Die Leichtigkeit aber, die das Leben lange vor der Angststörung einmal hatte, ist noch lange nicht wiederhergestellt. Auch falle ich oft in alte Denkmuster zurück und es gelingt mir nicht, strukturelle Wesensmerkmale zu ändern, die mich daran hindern, mich ganz aus dem Griff der Angst zu befreien. Ich bin aber davon überzeugt, dass ich mich auf den richtigen Weg begeben habe. Wichtig war und ist dafür auch, Hilfe von außen wahrzunehmen. Dieser Blog ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg, da er mir hilft, aus der Angst und hoffentlich bald aus der gänzlich überwundenen Angst eine produktive Kraft zu schöpfen.

Ein wichtiger Hinweis:

Ich bin weder Psychologe noch Arzt. Die auf dieser Website verbreiteten Ansichten sind subjektiv und genügen keinen wissenschaftlichen Ansprüche. Sie basieren aber auf langjähriger Erfahrung mit den Themen Angst und Burnout sowie auf der Lektüre zahlreicher Ratgeber und Fachbücher.